Argentinien – Salta, Córdoba

Grenzübergang bei Aguas Blancas. Der Weg dorthin vom Tarija ist Super, die letzten Kilometer immer Bergab an einem Fluss entlang.

Keine Gebühren für die Einreise und ich bezahle nichts für den Import des Motorrads.

Haftflichtversicherung ist Pflicht, allerdings gab es die nicht an der Grenze. Das ganze hätte ich auch schon vorher organisieren können, wollte aber nicht meine Kreditkartendaten per Email verschicken…

Egal, ich fahre 50 KM bis in den nächsten Ort Oran, dort habe ich eine Adresse wo es die Versicherung geben soll. Leider ist zwischen 13:00 und 18:00 so ziemlich alles geschlossen. Das an der Grenze mir empfohlene Büro macht keine Versicherungen für ausländische Fahrzeuge. Insgesamt klappere ich acht verschiedene Büros ab, bis ich bei Integrity Seguros dann für 570 Pesos (ca.13 EUR) die Versicherung für vier Monate bekomme.

Offenbar hängt das ganze stark vom Willen der Sachbearbeiterin ab …

Mein Kennzeichen S83ZMC wird als 583ZMC im Formular registriert, dann erlaubt das Formular das speichern des Eintrags. Ich bin nicht ganz sicher ob das so valide ist, aber ich habe erstmal eine Lösung für das Versicherungsproblem.

Geld Abheben: Die Argentinische Bankenmafia verlangt fast 9 EUR Abhebegebühren am Automaten. Das Limit liegt auch irgendwo bei 5000 Pesos, circa 120EUR. Also ein recht teurer Spass. Bei den Automaten mit „Link“ Symbol kostet es dann nur 6EUR, die sind aber seltener zu finden.

Ich kaufe mir eine SIM Kaufe, kann diese aber nicht mit meinem Reisepass aktivieren. Das geht nur im offiziellen Claro Shop. Dort angekommen, wird meine SIM Karte auf den Namen von irgendeinem anderen argentinischen Kunden registriert, das geht einfacher. Irgendein Javier mit Halbglatze geht dann ins Gefängnis, sollte ich mit dieser SIM Karte ein Verbrechen begehen… Muhahaha …

Am Abend geht es in Oran noch auf Reifensuche. Es gibt aber fast ausschließlich nur schmale Gumies aus China oder Brasilien, nix für meinen Geschmack.

Ich plane spontan meine Route um und fahre am nächsten Tag nach Salto. Bei Division de dos Ruedas finde ich dann einen Metzler Sahara 3 für umgerechnet 133EUR – teuer, aber die beste Alternative. Sonnst gibt es nur überteuerte und vier Jahre eingestaubte Pirellis in meiner Größe.

In der Michellin Reifenwerkstatt gegenüber darf ich dann meine Reifen für ein Trinkgeld wechseln. Der Mechaniker für Motorrad ist nicht da, deshalb ist der Service umsonst. Ich rechne aus, das ich das letzte mal vor 17 Jahren in meiner Lehre eine Reifenmontiermaschiene bedient habe. Es hat sich seitdem aber nicht viel verändert. Die Zeit vergeht im Flug…

In Argentinien sind die Empanadas echt lecker:

Weiterfahrt am nächsten Tag Richtung Cafayate.

Stop bei dem Garganta del Diablo:

Weiter Richtung Cafayate

Nach Cafayate befinde ich mich auch der berühmten Ruta 40 welche von Norden nach Süden führt. Ich fahre (leider) nur wenige Kilometer, biege links ab nach Tafí de Valle:

Mein Plan ist auf der anderen Seite vom Tal zu übernachten.

Auf der Route treffe ich noch Pablo und seinen Kumpel, beide mit Honda XR 250 Tornados unterwegs. Sie sind aus Buenos Aires und wollen die 1200KM am Stück durchfahren und morgen Abend ankommen. Ich plane vier Tage ein 🙂

Übernachten wollte ich in Conception, allerdings fahre ich 50 KM nur durch Smog und möchte hier nirgendswo anhalten.

Unglaublich wie die Industrie und die Landwirtschaft mit der Natur umgeht.

Ein Fluss aus Altöl und anderen Substanzen, komplett schwarz:

Ich übernachte dann in irgendeinem kleinen Dorf.

Weiterfahrt durch die Steppe, ich fahre bis nach Cordoba durch und spare so einen Tag.

In Cordoba bleibe ich zwei Tage und komme per Couchsurfing bei Christian unter. Er vermittelt mir später auch eine Unterkunft in Rosario. Mit Gabi und seinem Kumpel Gustavo wird viel über Politik und die Welt geredet, wir wollten nur noch ein Bier trinken, der Abend endete dann gegen vier in einem Club. Sehr nett die Leute hier …

Dieses Deckenfresko erinnert mich an die Franziskaner Werbung. Ist das ein Weißbierglas?!?

In Rosario dann bei Flor zu Gast:

Letzte Etappe, fast schon Buenos Aires.

Ich fahre nach Dique Lujan, das ist in der Nähe von Tigre und schon ein Teil von Buenos Aires. Mein dritter Tag Autobahn, langweilig, aber die Gegend hier hat sonnst nicht viel zu bieten.

Dort bleibe ich zwei Nächte bei Willy. Er wollte das Motorrad kaufen und hat mir die Übernachtungen angeboten.

Allerdings ist genau nach zwei Tagen, nachdem ich Argentinien betreten habe der Peso Kurs eingebrochen. Ich hoffe da gab es keine Korrelation. Ich wollte zwischen 2000-2500 USD haben, von seinem Ersparnissen sind aber nur noch 1000 USD übrig und es kommt nicht zum Handel.