Panama – Überfahrt nach Kolumbien und die San Blas Inseln

Am Montag 10:00 ist der Treffpunkt im Portobelo.

Die Besatzung besteht aus Kapitän Fritz (Österreich), Copilot und Frau Tülay (Türkei) und Skipper José (Panama). Außer mir gibt es nur noch zwei weitere Reisende: Christian und Alexa aus Chile.

Das Moped wird mit einem Brett, welches als Wippe dient in ein Schlauchboot verfrachtet. Ein ziemlich wackelige Angelegenheit. Nach zirka einer Minute habe ich mich daran gewöhnt, im stehen samt Motorrad die Balance zu halten.

Mit Kran und Handkurbel wird das Moped an Bord gezogen, dieser Part war dann sehr einfach.

Am ersten Tag fahren wir bis abends 22:00, insgesamt 125KM, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10KM/h, das sind etwa sechs Knoten. Das Boot hat zwei 75 PS Turbodiesel Motoren und verbraucht 15 Liter pro Stunde. Im Normalfall wird immer nur einer der Motoren verwendet. Wir sind nie ausser Sichtweite vom Festland. Guna Yala (San Blas) besteht aus einem schmalem Küstenstreifen (Festland) und etwa 365 Inseln.

Es gibt relativ starken Wellengang und es schaukelt ordentlich. Es geht mir garnicht so gut dabei. Ich erkundige mich wie so die Statistik ist. Fritz: Ein Drittel kotzt immer! Also bei drei Passagieren sollte es einen treffen, und mein Bauchgefühl – eigentlich das Gefühl in meinem Magen sagt mir das ich das Opfer der Statistik werden könnte.

Chris übergibt das Mittagessen schon nach zehn Minuten an die See. Große Erleichterung meinerseits.

Am Abend postiere ich mich auch schon an der Brüstung, bereit für die Tat, doch nochmal kommt Chris mir zuvor und füttert die Fische.

Aus Mitleid habe ich mir es dann doch nochmal verkneifen können und überstehe die weitere Reise ohne Probleme.Nachts wird immer geankert.

Morgens, nach dem aufstehen noch vor dem Frühstück schwimme ich zur nächsten Insel. Das Wasser ist angenehm warm.

Am zweiten Nachmittag bieten uns die Kuna (Inselbewohner) ein paar Langusten zum Kauf an.

30 USD für einen Eimer mit 3,5 KG ist auch ein guter Preis für diese seltene Delikatesse, welche am Abend in Öl mit Knoblauch serviert wird. Lecker!!!

Für zwei Dollar darf man auch ihre Insel besichtigen. Als Chris mit seinen 90KG in den ausgeholten Baumstamm steigt, geht das Boot unter.

Sehr lustig, wie die wohlernährten Touristen dem 50KG Inselbewohner das Boot versenken. Ist in 5 Minuten aber auch wieder geborgen und ausgeschöpft. Beim zweiten Versuch kommt er mit einem größeren Boot. Alles relativ wackelig, ich helfe beim paddeln, was erstaunlich gut funktioniert.

Auf der Insel bekomme ich noch eine Kokosnuss geschenkt.

Nachts gibt es einen starken Sturm, die Motor wird vorsichtshalber angeworfen, sollte sich der Anker lösen.

Am nächsten Tag dann perfektes Wetter.

Unterwegs gibt es öfters Delfine, welche unser Boot begleiten.

Nach vier Tagen oder drei Nächten kommen wir in Sapzurro/Kolumbien an.

Hier wird das Moped ausgeladen. Die Ausladeprozedur ist auch sehr clever. Es wird ein weniger Luft aus dem Schlauchboot abgelassen, so das man seitlich über den Schlauch auf den Strand rollen kann. Das Moped bleibt im Hostel Posada del Mar, die Organisieren mir dann auch das Boot, welches mich bis nach Turbo ans Festland bringt. Der Besitzer ist Mario: ‭+57 (310) 410-2245‬ (WhatsApp)

Es gibt auch einen wunderbaren Campingplatz, hier würde ich gerne Zelten aber habe ja kein Zelt dabei. Ich habe dafür das Hostel für mich alleine.

Dann fahren wir wieder zurück nach Puerto Obaldía/Panama wo ich Offiziell das Land verlasse – ohne Motorrad. Das könnte unter Umständen auch irgendwann ein Problem werden, wenn ich oder das Motorrad nochmal nach Panama einreisen.

Es verabschieden sich alle. Fritz & Crew fährt heute zurück und die Chilenos bleiben in La Miel, Panama.

Zum einstempeln geht es mit einem kleinen Boot nach Capurgana/Kolumbien. Ich bekomme sofort meinen Stempel in den Pass und bin jetzt zumindest legal in Kolumbien. Das Mottorad kann dann erst in Turbo einreisen, weil es hier keinen Zoll gibt, oder weil dieser Prozess zu teuer wird. Fritz macht das so schon seit zehn Jahren und hat auch dieses Jahr ein paar andere Motorräder transportiert.

Durch den Jungle über den Berg geht ein Wanderweg zurück nach Sapzurro. Ich spare mir eine zweite Bootsfahrt, denn der Dollarkurs ist hier in Kolumbien echt ungünstig und den einzigsten Geldautomaten (für Kolumbianische Pesos) werde ich erst zwei Tage später per Boot in Acandí erreichen.

Am Montag geht mein Boot nach Turbo, jetzt ist erstmal ein bisschen Zeit für mich um das Motorrad vom Salz zu befreien, Motorrad Klamotten waschen, Blog schreiben, Socken stopfen und noch vier weitere Näharbeiten.

WIFI gibt es hier nicht, im größeren Nachbarort Capurgana steht überall WIFI an jedem Lokal, das Internet funktioniert aber nicht. Meine Vermutung: es gibt WIFI Router, welche hoffnungsvoll ihren Namen ausstrahlen um Gäste anzulocken …