Bolivien – La Paz und Camino de la Muerte

Der Grenzübergang von Peru nach Bolivien an der Grenze Yunguyo-Copacabana ist einfach. Nur ca. 40 Minuten, ich muss nichts bezahlen. KFZ-Haftpflicht (SOAT) ist nur Pflicht für ausländische Fahrzeuge welche länger als 30 Tage im Land bleiben.

Ich fahre nach La Paz. Da ich vom Norden komme, durchquere ich El Alto (4150m). Beide Städte sind zusammengewachsen. La Paz liegt wie in einem Kessel etwas tiefer auf 3640m.

In La Paz ist es erstaunlicherweise gar nicht so kalt wir ich es mir vorgestellt hatte. Am Abend geht es mit Harry, Silvia und ihrer Freundin noch zu einem Rockkonzert. Sie sind alle Ingenieure vom Beruf und in der Freizeit Alkoholiker. Es gibt viel Whiskey, Bier, Tequila und Kopfschmerzen am folgendem Tag.

Ich spaziere noch mit Harry durch das Viertel, sonnst passiert aufgrund der Höhenkrankheit (oder lag es am Alkohol?) nicht mehr viel an meinem zweiten Tag.

Es geht früh los, also gegen 8:30. Die berühmt berüchtigte Straße Camino de la Muerte liegt fast auf dem Weg, also werde einen Abstecher machen.

Auf dem Weg an der Tankstelle muss ich mehr für den Sprit bezahlen, weil ich Ausländer bin. Ohne Rechnung soll es billiger sein. Beim Tanken muss man die Personalausweisnummer und den Namen angeben, dies wird irgendwie auch vom Tankstellencomputer gecheckt – Funktioniert natürlich nicht mit meinem deutschen Perso. Ich bestehe aber bei dieser Ungleichbehandlung auf die Rechnung und bezahle 4,94 Bolivianos (0,62 €) pro Liter.

Es geht erst Aufwärts nach La Cumba auf ca. 4600 Meter, von dort Abwärts, auf einer geteerten Straße.

Nach ca. einer Stunde Fahrt erreicht man den Start vom Camino a los Jungas (Camino de la Muerte). Von dort dann gibt es keinen Asphalt und es gilt Linksverkehr.

Der touristische Teil der Straße ist nur ca. 30 KM lang und in einer Stunde gefahren. Die meisten machen den Downhill mit Mountainbikes, da ich 9:30 schon abfahre gibt es nur eine Gruppe. Ich begegne auch nur zwei Autos, es ist sehr ruhig, und nicht so gefährlich wie es früher einmal war.

Ich fahre weiter Richtung Licoma. In Bolivien sind viele Straßen ohne Asphalt, deshalb geht es eher langsam Voran.

Später im Dorf zahle ich nur 3,84 BOL (0,44€) pro Liter, denn ich tanke ungefragt auf den Namen von einem Einheimischen. In Bolivien wird der Sprit subventioniert, aber die Ausgabe ist kontrolliert.

Nach 200KM Staub und Schotter pausiere ich in Circuata. Ein Dorf mit 1500 Einwohnern, welches im Google Maps nicht einmal eingetragen ist.

Mit ein bisschen rumfragen finde ich auch eine Unterkunft, 25 Bolivianos, das ist ein bisschen mehr als drei Euro. Dafür werde ich beim bierkaufen abgezockt, 20 Bolivianos für zwei kleine Dosen. Ist hier im Dorf aber offenbar normal für Importware.

Am nächsten Tag stehe ich 6:00 auf, mein Motorrad ist im Einkaufsladen nebenan geparkt und muss rausgeschoben werden. Zu dieser Zeit ist schon viel los. Die normalen Öffnungszeiten hier im Dorf sind 6:00 – 22:00.

Erneute 100KM Staub und Schotter. Ich fahre bis nach Quime, von dort gibt es dann wieder teilweise asphaltierte Straße. Der direkte Weg nach Cochabamba wurde mir abgeraten: ca. 10 Stunden für 300KM schlechte Straßen und ein Fluss welcher mit dem Motorrad je nach Wasserstand nicht überquerbar sein soll.

Kurz vor Quime:

Nach Quime geht es wieder rauf auf das Altiplano, mein Höhenrekord geht auf 4670 Meter.

Unterwegs treffe ich viele Alpacas, Vicuñas, und auch Lamas:

Das Altiplano, 4100 Höhenmeter auf dem Weg von Quime nach Konani:

Auf dem Weg nach Cochabamba wird es deutlich niedriger und wärmer.

Am Ende des Tages habe ich 6740 Höhenmeter gefahren und erreiche Cochabamba.